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Fachbereich Deutsch - Anregungen für den Unterricht

Radwechsel - Texte und körpersprachlicher Ausdruck zum Gedicht von
B. Brecht

Musiklehrer-/innen spielen in der Regel mindestens ein Instrument, Werke von Kunstlehrer-/innen sind Bestandteil der öffentlichen Kulturszene - der/die schriftstellerisch ambitionierte Deutschlehrer-/in ist dagegen eher Seltenheit. Wer aber Schreibprozesse in Gang setzt und begleitet, sollte auch selbst auf aktuelle Schreiberfahrung nicht verzichten dürfen.
Eigenes Schreiben zu erleben und dabei gleichzeitig die didaktische Umsetzung zu reflektieren, ermöglichen besondere Fachdidaktikveranstaltungen an unserem Seminar:

Die erste Fachdidaktiksitzung: Verfassen eines Textes zum Gedicht von Berthold Brecht Radwechsel und - in Zusammenhang mit dem Thema Körperspache in Pädagogik - seine Umsetzung in körpersprachlichen Ausdruck:

  • Der Radwechsel war für mich die Pause zwischen Prüfung und dem 1. Februar. Froh, die PH hinter sich gelassen, das leidige Studium abgeschlossen zu haben, freute ich mich erst einmal auf die Pause, denn ich traute mich noch nicht, mich auf das Ziel zu freuen. Das  Referendariat war weit weg, mit Unsicherheiten und auch mit Ängsten besetzt. Also setzte ich mich an den Straßenrand, um erstmal die Räder zu wechseln.
    Und dann kam die Ungeduld. Am Straßenrand sitzen bedeutet Stillstand zwischen zwei Stühlen.
    Endlich bin ich wieder unterwegs, die Ungeduld hat ein Ende.
    Etwas hinter sich lassen, ohne ein konkretes Ziel vor Augen, reisen dürfen, Neues tanken – so lässt‘s sich leben.
    Oder sehne ich mich bald wieder nach einem Radwechsel?
    [Corinna]

  • Zu meiner Situation:
    Ungeduldig habe ich die letzten Monate aufs Refrendariat gewartet.
    Voller Ungeduld auf eine neue Aufgabe.
    Die Neugier auf viele neue Bekanntschaften hat die Ungeduld schier zum Explodieren gebracht.
    Aber wird ich jetzt voller Ungeduld auf die Zeit nach dem Referendariat warten?
    Ich weiß es nicht!
    Eigentlich freue ich mich geduldig auf diese kurze Zeit, die jetzt erst mal Geduld von mir verlangt.
    [Ceyda]

  • Bin ich ungeduldig? – Nein!
    ängstlich?               – Nein!
    noch nicht ganz sicher, wie ich mich fühle?
                                 –        ein bisschen!
    gespannt?              –        Schon!
    [Thomas]

  • Ungeduld
    Hinter mir: Studium
    Vor mir: Seminar
    Und dazwischen?
    Nahtloser Übergang?
    Angstloses Voranschreiten?
    Was erwartet mich?
    Wann lerne ich all das,
    was für‘s „Überleben“ in der Praxis so wichtig erscheint?
    Ungeduld
    Muss ich mich gedulden?
    Wie lange?
    Fragen über Fragen!
    Werde ich sie beantwortet bekommen?
    Kann ich sie selbst beantworten?
    Geduld, nur Geduld!
    [Ellen]

  • Endlich vorbei
    Endlich neu
    Wann kommt etwas Neueres?
    Nie im Jetzt und Hier, immer gehetzt – was muss ich noch alles erledigen – und deshalb ungeduldig.
    Immer Termine, alles straff geplant, nie „naja, ich komm dann halt irgendwann am Mittwoch“ – „ja, aber wann?“
    Ungeduld.
    Weder die Vergangenheit ist erträglich, noch das Warten auf die Zukunft. Eigentlich will man nur endlich ankommen, da sein – im Hier und Jetzt.
    Es hat alles schon seine Zeit. Ich werde zum richtigen Zeitpunkt ankommen.
    [Alex ]

  • Ungeduld
    Bin ich ungeduldig?
    Ich sitze hier und denke nach.
    Ganz ruhig.
    Überlege was kommen wird,
    was die Zukunft
    mir
    bringt.
    Ganz ruhig.
    Aber
    bin ich geduldig?
    Bin ich ungeduldig?
    Ein bisschen schon.
    Weil ich wissen will
    was kommt
    wer kommt
    und
    wer ich werde.
    [Julia]

  • Warum bin ich in einer Situation ungeduldig?
    Ungeduldig? Ungeduldig heißt auf etwas warten.
    Warten worauf? Auf meine erste Unterrichtsstunde, die ersten Unterrichtsversuche o.ä.?
    Nein, ich würde mich momentan nicht als ungeduldig beschreiben. Woran liegt das? Ich weiß es nicht.
    Ich bin neugierig.
    [Petra]

  • ... Warum sehe ich den Wechsel mit Ungeduld?
     - vielleicht,
    weil:    ich den Weg nicht als Ziel begreife
    weil:    ich der Rastlosigkeit meines Drumherums, dem Druck der anderen, der
               Gesellschaft unterworfen bin
    weil:    endlich, die Reise, das Lernen vorbei sein soll
    weil:    ich Angst vor der Ungewissheit, der Zukunft habe, sich neuen Herausforderungen
             zu stellen, neue Aufgaben zu üben
    weil:    ich selbst nicht genau weiß, was ich will?!
    weil:    ich selbst nicht genau weiß, wozu, warum?
    [Annette]

  •  Warum sehe ich den Wechsel mit Ungeduld?
    Ungeduld - habe ich empfunden, als ich auf den 1. Februar gewartet habe. Zu viele offene Fragen, die mich beschäftigt haben und die sich erst gelöst haben mit dem Nahen des 1. Februars.
    Jetzt sitze ich im Seminar und eigentlich hat sich vieles für mich gelöst. Das Wo, das Wie haben sich beantwortet. Doch nun kommen neue Fragen auf, die man am liebsten gleich beantwortet hätte.
    Wie ergeht es mir in der Schule, wie sind die Schüler?
    Das Leben wird immer offene Fragen bringen, die nicht hier und jetzt beantwortet werden können.
    Ungeduld, einmal spürt man sie mehr und manchmal weniger.
    Kann man die Ungeduld ganz auf die Seite schieben?
    [Jennifer]

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